Donnerstag, 31. August 2017

Spätsommergedanken

Gestern saß ich noch bei knapp 30 Grad in der Mittagspause im Park. Heute blicke ich aus dem Fenster und schaue den Regentropfen zu.
Der Sommer scheint sich von einem Tag auf den anderen verabschiedet zu haben. Und das, obwohl ich eigentlich noch gar nicht fertig mit ihm war.

Es war für mich ein bunter, erlebnisreicher Sommer. Ein Sommer, den ich nach der Depression der letzten Jahre, endlich wieder mit einer guten und stabilen Stimmung erleben durfte. 
Mittagspausen im Park, Ausflüge nach Ulm und Hamburg, drei Open Air Konzerte, Eis essen in der Stadt, im Kleidchen ins Büro gehen. Ich habe versucht, den Sommer auszukosten. Und doch habe ich das Gefühl, ich hätte noch nicht genug. 

Ich bin kein Freund von großer Hitze, aber ich liebe das Licht. Ich brauche Sonne, um mich wohl zu fühlen. Herbst und Winter haben auch ihre Reize – aber mir fehlt in dieser Zeit die Helligkeit. Ich werde meine Bemühungen, meine Stimmung stabil zu halten, wieder verstärken müssen. Mehr Sport, Vitamin D-Tabletten, Tageslichtlampe. Manchmal fühle ich mich wie eine Solarzelle – wenn das Sonnenlicht fehlt, kann der Akku nicht geladen werden. 

Mir graut es vor Tagen, an denen es um 5 schon wieder dunkel ist. Die so regnerisch und neblig sind, dass es den ganzen Tag nicht hell zu werden scheint. Sie schlagen mir aufs Gemüt, sie verstärken meine depressiven Symptome. Inzwischen weiß ich, wie ich mir zumindest etwas behelfen kann. Aber die Angst, dass das alles nicht ausreicht und ich wieder abrutsche, bleibt.
Und diese Angst wird umso extremer, desto besser es mir zeitweise geht. Weil ich gesehen habe, wie gut es mir gehen kann. Wie schön das Leben sein kann. Und ich einfach nicht wieder apathisch auf der Couch liegen will und es mir zu viel wird, mir die Zähne zu putzen. Ich will leben und das Leben genießen können.

Natürlich kann es anders kommen. Ich nehme eine höhere Dosis Venlafaxin als im letzten Jahr. Ich fange früher mit der Einnahme von Vitamin D an. Ich weiß, dass Bewegung mir hilft und ich habe mit dem Häkeln einen perfekten Skill für mich gefunden. Ich bin wesentlich besser gerüstet für die nächsten Monate. Ich habe immer wieder kurze Auszeiten vom Job eingeplant und der Konzertkalender ist voll. Und doch schleicht sich die Angst ein. Sie sitzt auf meiner Schulter und flüstert mir zu, dass der nächste Absturz nur eine Frage der Zeit ist. Und auch wenn ich ihr nicht glauben will, ist da dieser kleine Teil von mir, der sie nicht überhören kann.

Daher hoffe ich auf viele sonnige Herbsttage. An denen sich das Licht in den bunten Blättern fängt und ich die Chance habe, mein inneres Solarpanel ordentlich aufzuladen. Ich will einfach nicht, dass die dunkle Jahreszeit auch wieder zu meiner dunklen Jahreszeit wird.

Alles Liebe
Anni

Kommentare:

  1. Liebes Piratensternchen,

    kann man Dir schreiben? (Mail zB.)

    Liebe Grüße von Himbeere

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  2. Liebe Himbeere,
    tut mir leid - Blogger hat mir deinen Kommentar unterschlagen. Schreiben kannst du mir unter schmetterlingssternchen@gmail.de
    Liebe Grüße
    Anni

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  3. Liebe Anni,

    meine Mail kam zurück. Schreibfehler der Mailaddi kann ich keine finden. (Habe copy&paste verwendet.)

    Liebe Grüße, Himbeere

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  4. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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